Grundlagen des Industrie-Designs

Wenn man sich anfängt mit Industrie-Design zu beschäftigen dann wird man schnell die wichtigsten Kernsätze hören, die sowohl als goldene Regeln gelten als auch als überholte Dogmen.

  • Form follows Function
  • Weniger ist mehr
  • Form follows emotion
  • Retro design
  • Stromlinienförmig bekannt geworden in den USA, vor allem durch Autos)

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen dem Design von Konsumgütern und Investitionsgütern. Erstere sind zum Beispiel Rasierer und Kaffeemaschinen, letztere sind Fertigungsstraßen und zum Beispiel Messgeräte. Einer der ersten Schritte des Produktdesigns ist die Formfindung. Schon diese kann bei Konsum- und Investitionsgütern vevector_colorful_frames_background_design_by_superawesomevectors-d7jxgaarschiedene Ausprägungen haben. Das Aussehen spielt bei Konsumgütern eine wesentlich größere Rolle. Bei Industriegütern hingehen sind Funktionen und Zweckmäßigkeit wichtig. So werden selten runde Formen verwendet, weil diese sich nicht so gut packen und stapeln lassen, während gerundete Formen bei Konsumgütern oft eine bestimmte Weichheit und Menschlichkeit vermitteln.

Nach der Formfindung kommt das Modell. Es kann im Computer erstellt werden als 3-D-Modell oder gezeichnet werden. Ja nach Produkt werden heute schon Designs in einem frühen Stadium als 3-D-Modell ausgedruckt, um auch ein haptisches Erlebnis zu haben und den Formfaktor zu spüren.

Design hat immer Funktionen und derer gibt es mehrere:

Praxistauglichkeit: Ist das Produkt sicher, einfach anzuwenden, ergonomisch?

Produktsprache und sinnliche Funktionen: Wie fasst es sich an, welche Assoziationen weckt es, welche Sinne werden beansprucht?

Ökologische Funktionen: Wie ist der Lebenszyklus, welche Möglichkeiten gibt es das Produkt wieder zu recyceln und Teile wiederzuverwenden?

Ökonomische Funktionen: Wie teuer ist es in der Herstellung, welcher Aufwand muss betrieben werden, welche Ressourcen werden beansprucht, wie groß ist Lager- und Transportaufwand?

Der Unterschied zum allgemeinen Design liegt beim Industrie- oder Produktdesign, dass es hier um Produkt geht, die in Massenfertigung hergestellt werden. Designer müssen dabei nicht nur auf Funktionen achten, sonder auch auf die spezifischen Anforderungen der Kunden und der Märkte. So werden im medizinischen Bereich selten bunte Farben eingesetzt, während man bei Produkten für Kinder weiß vermeidet, weil es schlicht schnell schmutzig wird.