Das Kasino von Marino

Eigentlich sollte es ein Gartenpavillon werden was Sir William Chambers für Lord Charlemont in Marino in Irland baute. Es wurde zwischen 1755 und 1770 errichtet und gilt als eines der berühmtesten Neo-klassischen Gebäude Irlands. Der Name stammt übrigens vom italienischen Casa, was Haus bedeutet, und hat nichts mit einem Spielkasino zu tun. Architekt Chambers übrigens hat es niemals fertiggestellt gesehen, weil der in London arbeiten musste und nicht reisen konnte. Er stand unter den Impressionen vor allem französischer und italienischer Architekten, als er das Kasino entwarf. Das Gebäude sollte an die monströsen Tempel der alten Griechen und Römer erinnern. Im Inneren des gar nicht so opulent in Ausmaßen gebauten Kasinos befinden sich immerhin drei Stockwerke. Der Grundriss besteht aus einem gleichmäßigen griechischen Kreuz, dessen Ecken von langen Säulen definiert werden. Die Eingänge sind im Süden und Norden, wobei letzterer der Haupteingang ist. Die Außenfassaden sind aufwändig dekoriert mit Skulpturen und Fresken. Von außen sieht es aus als ob es sich im Innern um eine einzige große Halle handelt. Tatsächlich aber befinden sich 16 Räume verteilt über die Stockwerke. Chambers nutzte auch noch andere Tricks, unter anderem täuschte die Fenstergestaltung ein großes Fenster vor, was aber in Wahrheit die Fenster mehrere Räume waren. Vier der Säulen die an den Ecken stehen, haben nicht nur eine statische und dekorative Funktion. Sie sind innen hohl und führten Regenwasser ab. In seinen Orginalplänen gab es auch einen Tunnel der zum Haupthaus des Anwesens führte, dieser ist aber heute verschüttet. In den 80er Jahren sorgte eine umstrittene Renovierung für Kritik. Die starke Nutzung hatte die Substanz nicht verbessert, aber viele waren mit der Farbgebung nach der Renovierung nicht einverstanden. Die Außenansicht ist aber unverändert geblieben. Heute wird das Anwesen, das mittlerweile als Kulturerbe dem Staat gehört, unter anderem für Hochzeiten vermietet. Es kann aber auch täglich besichtigt werden, außerdem werden Führungen angeboten.