Das Design der Zukunft

Wie schön wäre es, wenn wir eine Kristallkugel hätten und nachschauen könnten wie sich Design in der Zukunft entwickelt. Leider haben wir die nicht, und so bleibt es uns nur, mit Kollegen und Experten zu diskutieren und Trends aufzuspüren. Einer dieses Trends wird sein, dass Designer mehr Freiräume bekommen. Die dürfen mehr outside the box denken und handeln. Google hat mit seiner 20 Prozent Regel schon damit angefangen. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden wohl auch die Grenzen zwischen Gattungen und Genres aufweichen und vielleicht völlig verschwinden. Produktdesigner werden zunehmend mit Grafik-Computern direkt arbeiten, Software-Gurus werden Devices entwickeln, Architekten werden sich mit Biotechnologie befassen.

Viele stellen sich auch die berechtigte Frage, ob Design eine Ausbildung ist oder eine Fähigkeit. Mit den Digitalen Nomaden die ortsunabhängig arbeiten können werden immer mehr selfmade Designer die Arbeitsmärkte erobern. Sie werden sich behaupten müssen gegen das Establishment, aber in anderen Branchen funktioniert das schon sehr gut.

Unsere westliche Gesellschaft überaltert geschwind, und das wird sich sehr bald im Design ausdrücken. Schon jetzt gibt es immer mehr Hilfen für Gehbehinderte, Rollstühle in allen Formen und Farben. Häuser der Zukunft werden auch für Ansprüche der neuen Alten gebaut und das werden Architekten berücksichtigen müssen. Das Internet der Dinge scheint wohl endgültig Einzug halten in unsere Wohnzimmer und Schlafzimmer und wird damit eine Herausforderung für eine Vielzahl von Entwicklern: Möbel werden digital erweitert, mit Sensoren und Anzeigemöglichkeiten. Lichtszenarien und -stimmungen können ein komplett neues Arbeitsfeld werden. Und bald schon werden wir Roboter in unseren Häusern haben, die Patrouille fahren – und auch diese müssen designed werden. Gerade bei Robotern werden in der Entwicklung die Grenzen zwischen Form und Funktion immer mehr verschwinden.

Um bestehen zu können, werden immer mehr Firmen das Thema Design ernst nehmen müssen. Auslagerung ist für viele keine Option mehr, weil es günstiger und schneller sein wird, sich ständig verändernde Produkte innerhalb der Firma zu entwickeln.